60er Jah­re inspi­rier­tes Kleid mit beton­tem Reiß­ver­schluss

60er Jah­re inspi­rier­tes Kleid mit beton­tem Reiß­ver­schluss

Puh, die Ent­wick­lung eines Schnitt­mus­ters ganz sich doch ganz schön hin­zie­hen. Zumin­dest ging es mir so mit die­sem 60er Jah­re inspi­rier­tem Kleid mit beton­tem Reiß­ver­schluss. Die anfäng­li­che Idee war noch deut­lich simp­ler. Ich dach­te an ein ein­fa­ches kur­zes Kleid, das etwas wei­ter geschnit­ten ist. Abnä­her nur an der Brust. Ein­far­big. Zusätz­lich hat­te ich die Idee mit dem sicht­bar ein­ge­näh­ten Metall­reiß­ver­schluss und der Beto­nung von die­sem mit einem Band in einer Kon­trast­far­be. Die Ärmel soll­ten ent­we­der kurz (damals war noch Som­mer) sein oder eine ¾‑Länge haben (mei­ne Lieb­lings­län­ge).

Das Pro­be­kleid

Mit die­sen Vor­ga­ben habe ich ange­fan­gen ein Schnitt­mus­ter zu ent­wi­ckeln und ein ers­tes Pro­be­kleid aus einem ein­fa­chen Baum­woll­stoff genäht. Die­ses sah dann aber doch eher wie ein Kar­tof­fel­sack aus und weni­ger wie ein 60er Jah­re inspi­rier­tes Kleid. Ins­be­son­de­re am Rücken saß das Kleid so gar nicht. Es stand in der Tail­le viel zu weit ab. Also habe ich doch noch Abnä­her ergänzt, um dem Kleid etwas mehr Form zu geben. Zu dem Zeit­punkt hat­te ich außer­dem den Ein­fall, dass Naht­ta­schen ganz prak­tisch wären. Ich hat­te mich wohl über ein Kleid geär­gert, das kei­ne Taschen hat. Nach der nächs­ten Pro­be aus dem ein­fa­chen Baum­woll­stoff, habe ich mich getraut eine ers­te Vari­an­te aus einer dun­kel­ro­ten Web­wa­re zu nähen.

Den Reiß­ver­schluss habe ich mit einem Satin­band in alt­ro­sa ein­ge­fasst, wie auch den Ärmel­saum. Ins­be­son­de­re an den Ärmeln habe ich mir mit dem Satin­band sehr viel Mühe gege­ben, um die­ses mög­lichst ordent­lich an den Ecken zu fal­ten und so den Schlitz ein­zu­fas­sen. Die Naht ober­halb des Schlit­zes habe ich erst nach dem Auf­nä­hen des Satin­ban­des geschlos­sen. So ganz zufrie­den war ich mit dem Ergeb­nis aber nicht. Die Ver­zie­rung am Schlitz war mir fast zu viel. Außer­dem muss­te ich fest­stel­len, dass der gewähl­te Stoff fast schon zu steif für das Kleid ist und das Kleid die­ses Mal vor­ne zu weit war.

Das blaue Kleid

Also noch ein paar letz­te Ände­run­gen und noch eine Vari­an­te nähen. Dies­mal habe ich mich für einen dun­kel­blau­en Stoff ent­schie­den, der einen etwas wei­che­ren Fall hat. Auf den Bil­dern sieht es wie ein Jeans­stoff aus, ist es aber nicht. Es han­delt sich um einen Kos­tüm- und Anzug­stoff aus Wol­le. Den Reiß­ver­schluss habe ich pas­send zu dem blau-wei­ßen Band in weiß gewählt. Beim Ein­nä­hen des Reiß­ver­schlus­ses bin ich so vor­ge­gan­gen, dass ich zunächst nur den Reiß­ver­schluss ein­ge­näht habe.

Ver­zie­rung am Reiß­ver­schluss

Das Band wur­de erst im Anschluss um den Reiß­ver­schluss gelegt und fest­ge­näht. An der Spit­ze habe ich ein Drei­eck geformt, das auch das Reiß­ver­schlus­sen­de, an dem ich nicht ganz sau­ber gear­bei­tet habe, ver­deckt. Wegen der Beden­ken, dass ein nor­ma­ler Näh­fuß auf­grund des Reiß­ver­schlus­ses weg­ge­scho­ben wer­den könn­te, habe ich zum Fest­nä­hen des Ban­des den Reiß­ver­schluss­fuß gewählt. Die Naht direkt neben dem Reiß­ver­schluss endet dabei so ganz knapp auf dem gefal­te­ten Drei­eck, um die­ses zu fixie­ren, ist aber nicht voll­stän­dig um den Reiß­ver­schluss her­um­ge­führt. Die äuße­re Naht geht hin­ge­gen ein­mal kom­plett her­um. Um im Bereich des Reiß­ver­schlus­sen­des nicht weg­zu­rut­schen, was lei­der doch 1–2 Mal pas­siert ist, habe ich das Mehr­zweck­werk­zeug der Näh­ma­schi­ne unter dem Fuß plat­ziert.  

Ver­zie­run­gen an den Ärmeln

Anschlie­ßend habe ich mich der Fra­ge gewid­met, wie ich jetzt mit dem Ärmel­schlitz und einer mög­li­chen Ver­zie­rung dort ver­fah­re. Zunächst habe ich den Ärmel ohne eine Ver­zie­rung ein­ge­näht, muss­te dann jedoch fest­stel­len, dass es etwas lang­wei­lig aus­sieht. Außer­dem hat­te ich die Naht­zu­ga­be am Schlitz nicht ein­ge­schla­gen, so dass der Schlitz ins­ge­samt unor­dent­lich aus­sah. Also was nun? Auf jeden Fall noch­mal auf­tren­nen und die Naht­zu­ga­be am Schlitz dop­pelt ein­schla­gen und schmal abstep­pen. Jetzt sieht es schon­mal ordent­lich aus, aber was mache ich jetzt mit dem Band? So ein ver­un­glück­tes Ende, wie mit dem alt­ro­sa Satin­band woll­te ich nicht her­bei­füh­ren. Also habe ich mich kur­zer­hand ent­schlos­sen das Band ein­fach 1 cm vom Saum ent­fernt auf­zu­step­pen. Jetzt bin ich ganz zufrie­den mit den Ärmel­schlit­zen und gene­rell mit dem gan­zen Kleid. Es sitzt sehr gut und ist etwas wei­ter als mei­ne Klei­der sonst. Aber genau das woll­te ich ja auch. Das blau-weiß gestreif­te Band gibt dem 60er Jah­re inspi­rier­tem Kleid zusätz­lich etwas Mari­ti­mes.

Tra­ge­bil­der

60er Kleid - Rückenansicht

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